Der Kiebitz

Beobachtungen in der Wunderkammer des Lebens

Auf der Suche nach einer neuen Heimat

Gestern abend habe ich meinem ältesten Blog - genauer: seiner jüngsten Manifestation - den Stecker gezogen. Und damit ich nicht in Versuchung komme, rückfällig zu werden, kündige ich auch die Domain. Ich warte nur noch auf eine Auskunft von meinem Provider.

Ich könnte seitenlang die Gründe darlegen, aber dafür ist mir meine Zeit zu schade. Die Kurzfassung: Faxen dicke.

scrot 20260323 185602 So geht das Tag für Tag.

Einen der Gründe will ich aber doch erwähnen. Wie schon hier für den Bereich Fotografie angetippt, kotzt es mich an, dass meine WordPress-Blogs jeden Tag von irgendwelchen verfickten AI-Bots abgegrast werden (sollen). Und ich verspüre überhaupt keine Neigung, diese Futterplätze weiter zu betreiben. Das betrifft grundsätzlich alle meiner Online-Aktivitäten als Blogger.

Es kann also gut sein, dass nach dem Pivit auch noch andere dran glauben müssen.

An einem Scheideweg

Was die Beteiligung an irgendwelchen Communities angeht, bin ich noch sehr unschlüssig. Einerseits fehlt mir beim einsamen Bloggen durchaus das Feedback; andererseits ist mir das ganze Followertum aktiv wie passiv mittlerweise ein Graus. Abhängen in Blasen und Stammestreffen ist meine Sache nicht. Das ist reiner Selbstzweck und dient nur der Rudelbildung.

Aus dem Fediverse bin ich nach vielen Jahren raus. Bluesky gibt mir auch (fast) nichts. Mit Tumblr bin ich nie wirklich warm geworden. Alles, wo Meta dransteht, scheidet sowieso aus.

Eine Heimat für Themen zu finden, die mir nahe sind, gestaltet sich nicht so einfach. Neulich habe ich mich sogar in einem Brotback-Forum alter Schule angemeldet. Aber gute Güte, da ist zwar zweifellos eine Menge Sachverstand versammelt, aber diese angestaubte Forensoftware ist dermaßen 90er - das habe ich lange hinter mir, sorry. So ein bisschen UI mit Verstand wäre schon nett.

Was Fotografie angeht, ist Flickr da schon besser, macht aber hinsichtlich Datenschutz und -sicherheit etc. keinen vertrauenerweckenden Eindruck. Außerdem: Viel Doom-Scrolling, aber kaum Interaktion.

Vielleicht sehe ich mir micro.blog mal an. Auch wenn es ebenfalls zum Fediverse gehört, scheint dort manches anders zu laufen. Da habe ich schon durchaus unterschiedliche Einschätzungen gehört. Aber ich würde mir gern ein eigenes Urteil bilden.

Ansonsten bleibt natürlich immer noch: Degitalisierung. Weitestgehend zurück ins analoge kreative Leben. Mit richtigen Menschen.

blog, wordpress, harvester, ai-bots, rudel, tribalism, ernüchterung, degitalisierung

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